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Dieses Thema hat 33 Antworten
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 Allgemeines
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Bienemaja ( gelöscht )
Beiträge:

03.01.2010 21:58
Ist das der Weg zum weißen Riesen? Zitat · antworten

Hallo,
ich skizziere mal mehr oder minder lang, wie wir leben und wie wir uns das Leben mit einem/zwei Hund vorstellen:
Ab diesem Jahr sind mein Mann und ich Ü50iger. Wir hatten bis 1999 aus Zeitgründen keine eigenen Tiere. Wir sind selbständig mit einer Dienstleistungsfirma, was auch eine recht umfangreiche Fahrtätigkeit beinhaltet.
1990 sind wir in eine Bauerschaft gezogen und haben Katze und Papagei unserer Nachbarn während deren Abwesenheit betreut. 1999 entspannte sich die Arbeitsbelastung zumindest an den Wochenenden, sodass wir unser 1. Papageiengeschwisterpärchen von einer Züchterin kauften. 2002 starb einer der Vögel unter tragischen Umständen, ein Supergau für uns und den verbleibenden Vogel. Kurz darauf habe ich einen Abgabevogel zur Gesellschaft gekauft, einige Monate später kamen die passenden Gegengeschlechter dazu. Nun waren es 4 Vögel.
2003 zogen wir in eine benachbarte Bauerschaft. Wir wohnen in einem Altenteiler auf einem großen Bauernhof zur Miete. Im Laufe der Jahre wurde die Vogelschar (es sind Amazonen unterschiedlicher Arten) immer größer. Nun sind es 9 bei uns und 2 weitere sind mit Pflegevertrag anderorts verpaart. Hier auf dem Hof gibt es keine Zäune und die großen Münsterländer der Vermieter haben uns voll in ihr Rudel integriert. Leider haben die Hunde erheblichen Jagdtrieb, respektieren unsere Vögel in den Außenvolieren, würden sie aber beim direkten Kontakt sofort verspeisen.
Nichtsdestotrotz begeistern uns diese Hunde und so entstand der Wunsch, irgendwann auch Hunde zu halten.
Nun war absehbar, dass die Vermieter Eigenbedarf anmelden würden. Mit 9 Großpapageien zieht man nicht einfach um. Der Lärm der Vögel und die Haltungsanforderungen erlauben keinen Umzug in eine Wohnsiedlung.
Wir haben lange gesucht, aber nun einen Resthof kürzlich gekauft, der alle Wünsche erfüllt; Wohnhaus, 3 große genehmigte Nebengebäude und über 4ha Land, wovon 3,5 ha verpachtetes Ackerland sind.
Das Grundstück ist nicht eingezäunt, lediglich eine Ponyweide ist abgezäunt. Ein Nebengebäude von ca. 110qm soll Papageienhaus werden, die angrenzende Ponyweide wird Außenvolierenfläche.
Der Hof muß grundlegend saniert werden, was ca. 1,5 Jahre in Anspruch nimmt. Die Hunde (und auch späteren Hofkatzen)sollen sich auf einem einzuzäunenden Areal von ca. 1000 qm tagsüber frei bewegen, während wir arbeiten. Es sollen entsprechende freie Zugänge zum Papageienhaus für die Hunde eingerichtet werden, sodass sie sich zurückziehen können. Sie sollen auch in dem Papageienhaus schlafen, sozusagen bei der Herde.
Ich bin i.d.R. gegen 16:30 Uhr zuhause und versorge dann die Vögel. Die Hunde würde dann ihren FAmilienanschluß bekommen und bis zur Schlafenszeit mit uns draussen herumrennen oder auch im Wohnhaus sich frei bewegen können.
Ich sehe allerdings kein Zeitgefüge für außerhäusige Aktivitäten wie Hundeschule,-training o.ä., falls überhaupt sinnvoll oder empfohlen. Die Vögel und Haus und Hof beanspruchen sämtliche Nicht- Arbeitszeit.
Spaziergänge mit den Hunden sind möglich, aber nicht mehrmals täglich.
Am Wochenende wird die Reinigung des Papageienhauses und der Volierenanlage und die Hofpflege etliche Zeit in Anspruch nehmen.
Wir suchen Hunde, die "mitlaufen" können, sich selbst beschäftigen können, den Hof und die Papageien zuverlässig bewachen und wenig Jagdtrieb von Natur aus haben. Hütehunde oder Laufhunde sind für uns m.E. ungeeignet.
Nach meiner laienhaften Anschauung braucht ein HSH kontinuierlich eine Aufgabe, die wir ihm in der beschriebenen Weise bieten können. Zwei Hunde natürlich wegen der ca. 8 stündigen arbeitsbedingten Abwesenheit. Die Mitnahme zum Arbeitsplatz ist übrigens aus hygienischen Gründen nicht möglich.
Nun habe ich Euch zugetextet. Ich hoffe, dass die Vorstellungen von der Realität nicht wesentlich abweichen.
Von einem Tierschutz- Hund möchte ich eher Abstand nehmen, da wir Anfänger sind. Abgabehunde zum Kauf wären möglich, da man sich ja ausführlich mit dem Vorbesitzer austauschen kann. Welpen wären vermutlich die beste Idee? Die Zeit der Prägephase können wir mit ausreichender Planung sicher einrichten.
Grüße
Sabine

Suzy Offline



Beiträge: 351

03.01.2010 23:22
#2 RE: Ist das der Weg zum weißen Riesen? Zitat · antworten

Hallo Sabine,
wenn Du jemanden findest, der in Deutschland Maremmani bei freilaufenden Hühnern einsetzt, wo die Welpen schon von winzigklein an mit den Hühnern leben, solltest Du keine Probleme bekommen. Unsere Kleinen wären perfekt für Dich. Wir haben letztes Jahr zwei an einen Entenhalter verkauft und die beiden Mädels haben die Enten sofort als ihre aktzeptiert. (Obwohl die so ganz andere Geräusche als Hühner machen). Ach, und Bear hat Emus zu seinen Hühnern bekommen und die auch sofort aufgenommen. Bear geht übrigens so gut wie nie spazieren, er ist zusammen mit den Hühnern, Emus und Lämmern auf ca. 1 ha und ist ganz glücklich und fühlt sich furchtbar wichtig. Ich laß ihn allerdings recht oft zu seinen Eltern mit denen er dann herumtobt.

Cheers
jutta

Markus Offline




Beiträge: 185

04.01.2010 05:40
#3 RE: Ist das der Weg zum weißen Riesen? Zitat · antworten

Hallo Sabine,
es wäre vorteilhaft wenn einer von euch Beiden in den ersten Wochen Urlaub machen könnnte, oder zumindest abwechseln.
Habt Ihr Nachbarn die auch mal zu den Hunden können wenn Ihr auf der Arbeit seid? Diese Nachbarn müßten sich auch von Anfang an mit dem Hund beschäftigen, damit sie zum Rudel gehören.
Ihr solltet schon zusehen das Ihr diese eine Stunde in der Woche für eine Hundeschule enrichten könnt, ratsam auf jeden Fall oder was wäre mir der Überlegung ein Trainer zu suchen der zu Euch kommt?
Ich finde es gut, dass Ihr euch langfristig (1,5 Jahre)über die Anschaffung eines Hundes gedanken macht.

Schöne Grüße
Markus

ruppwf Offline



Beiträge: 31

04.01.2010 09:02
#4 RE: Ist das der Weg zum weißen Riesen? Zitat · antworten

Hallo Sabine,
Zitat : Die Vögel und Haus und Hof beanspruchen sämtliche Nicht- Arbeitszeit.

Ich würde Euch von der Anschaffung von Maremmani abraten, weil Ihr keine Zeit für Hunde habt. Insbesondere im Welpenalter brauchen Hunde viele Kontakte und Zuwendung
und auch Erziehung, damit sie keine unerfreulichen und problematischen Verhaltensweisen entwickeln. Bei mindestens 8 Stunden Abwesenheit und anschließender vorrangiger Beschäftigung mit den Vögeln bleibt für Hunde keine Zeit mehr. Auch würden den Hunden regelmäßige Kontakte mit Artgenossen und anderen Menschen fehlen, damit sie sich umweltverträglich entwickeln können.

Mit Hunden ist es ähnlich, wie mit Kindern. Die laufen auch nicht nur nebenher.
Ihr solltet mit der Anschaffung warten, bis einer von Euch nicht mehr außerhalb arbeitet oder in Rente gegangen ist.

Liebe Grüße
Rupp

Bienemaja ( gelöscht )
Beiträge:

04.01.2010 19:57
#5 RE: Ist das der Weg zum weißen Riesen? Zitat · antworten

Hallo,
Deine Antwort, Rupp, möchte ich gerne noch differenzierter lesen. Vorweg: Bis zur Rente werden wir noch 15 Jahre arbeiten; mit 65 schaffe ich mir kein Lebewesen mehr an, was mich überleben könnte. Zugegebenermaßen bei den Papageien möglich, aber wie alt sie in Gefangenschaft werden, ist nicht abschließend beurteilbar, da sie nicht zu den Haustieren gehören. Einen 30 jährigen Papagei kann ich vermitteln, einen 15 jährigen Hund nicht mehr. Ich habe mir sagen lassen, dass Maremmanen so alt werden können.
Nun zu meinen Fragen:
Ist es für Berufstätige generell nicht möglich, Hofhunde zu halten, wenn sie 1. zu zweit sind, 2. viel Auslaufmöglichkeit haben und 3. die berufstätigen Personen nach der Heimkehr von der Arbeit ausschließlich zuhause sind oder
ist es so, dass man keine Maremmanen, wohl aber andere Hunderassen auf diese Art und Weise halten kann?
Wie macht es der nicht- berufstätige oder teilzeitberufstätige Maremmanenhalter ohne Herde? Ist er nur für seinen Hund/Hunde da? Gibt Ihnen Streicheleinheiten und soziale Kontakte über den ganzen Tag? Gehen diese Halter auch nie aus und sind das ganze Wochenende zuhause wie wir?
Wie macht es der Schäfer mit Herde? Überläßt er seine Herde nicht den Hunden zur Bewachung, ist er immer dabei? Ich meine das nicht provokativ, sondern weiß es schlichtweg nicht.
Vielleicht habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. Wenn ich von der Arbeit komme, erwartet mich die Versorgung der Tiere und die Arbeit ums Haus, sei es Garten, Lagerhaltung, Reinigung etc. Wenn die Hunde mich begleiten, bekommen sie Ansprache, Erziehung und auch Streicheleinheiten.Während der ZUbereitung des Abendessens und der Mahlzeiten und der Zeit auf dem Sofa wären die Hunde ohnehin im Haus.
Allerdings fahre ich nicht in die Stadt, um bummeln zu gehen oder einkaufen zu gehen oder mache Kurztripps, dafür fehlt mir wirklich die Zeit und auch das Interesse. Die Hunde wäre bis auf bewußte Spaziergänge, um die Tiere zu bewegen und ihnen Abwechslung zu verschaffen, auf dem Hof.
Fährt ein Schäfer mit den Tieren herum?
Die Vögel bekommen von mir Ansprache und eine artgerechte Haltung. Die werden nicht beschmust, was mir bei den meisten ein nettes Piercing eintragen würde. Sie leben paarweise oder in einer größeren Gruppe und genügen sich selbst. Nur die wenigen menschenbezogenen Abgabetiere bekommen ihre Extra- Menschenkontakte. Dennoch ist das Hobby sehr zeitaufwändig, das ist richtig.
Oder verstehe ich das richtig, dass meine Vorstellungen von den Eigenschaften eines HSHes falsch sind und die Maremmanen immer unerwünschte Verhaltensweisen entwickeln, wenn sie nicht mit Artgenossen außerhalb des Hofes zusammentreffen und andere Menschen erleben?
Dann allerdings sind sie für uns ungeeignet, denn wir wollen Hunde mit Schutztrieb zur Hofbewachung und zur Bewachung des wertvollen Vogelbestandes halten. Nicht agressive Hunde, aber Hunde, die Unbefugte abhalten. Wir werden im ländlichen Bereich leben, Nachbarn haben wir nicht durch die Größe des Grundstücks und wegen der Lautstärke der Vögel. Am Haus führt eine landwirtschaftliche Straße vorbei, die auch als Reitweg genutzt wird. Es gibt also Publikumsverkehr.

Bei allen Ausführungen habe ich mich nicht auf die Welpenphase bezogen. Es ist klar, dass diese Phase von uns anders begleitet werden müßte und wesentlich zeitintensiver ist.
Die Anschaffung von 2 Hunden ist beschlossene Sache. Bei all den Rassen wird sich eine Rasse herausstellen, die mit uns leben kann. Ich habe mir heute ein Buch über Herdenschutzhunde bestellt. Kann ja nicht schaden.
Viele Grüße
Sabine

Christa ( gelöscht )
Beiträge:

04.01.2010 20:37
#6 RE: Ist das der Weg zum weißen Riesen? Zitat · antworten

Hallo Sabine,

ich glaube Jutta kann dir da vielleicht weiter helfen.
Sie Züchtet ihre Farm Hunde selbst und kann dir sicher sagen wie
diese reinen Farm Hunde auf Besucher oder Fremde Menschen reagieren.
So viel ich weiß ist hier sonst keiner im Forum der/die Voraussetzungen hat.
Die meisten haben ein ein Familien Haus in einer Siedlung oder wenn einen Hof,
dann wird von zuhause gearbeitet oder halbtags oder so wie ich den ganzen Tag in der Huschu oder oder oder.
Ich weiß nur das ein Hund mehr Zuwendung und Erziehung braucht als ein Papagei.
Ihr werdet schon das richtig machen, sonst würdet ihr euch nicht so intensiv mit dem Thema Hund beschäftigen.

Ich wünsche euch viel Glück und den für euch richtigen Hund (unabhängig von der Rasse)

Lieben Gruß Christa

Bienemaja ( gelöscht )
Beiträge:

04.01.2010 21:33
#7 RE: Ist das der Weg zum weißen Riesen? Zitat · antworten

Danke Christa,
im Laufe der Beschäftigung mit dem Thema Papagei habe ich soviele schreckliche Dinge gesehen, wie diese äußerst intelligenten und sensiblen Tiere von unerfahrenen, aber auch beratungsresistenten Besitzern beinahe oder ganz zugrunde gehalten werden, dass ich alle Möglichkeiten der Vorinformation in puncto Hundehaltung nutzen möchte.
Jutta, ich war darauf nicht eingegangen: Die Vögel werden in Innen- und Außenvolieren gehalten. Prinzipiell könnte es im Haus zur Begegnung eines fliegenden Vogels mit den Hunden kommen, aber nur unter Aufsicht. Alle Vögel sind geschickte Flieger und äußerst wehrhaft. Der Papageienvogel bewegt sich i.d.R. nicht auf dem Boden. Aber Vorsicht ist besser als klagen.
Grüße
Sabine

Manuela Offline



Beiträge: 523

04.01.2010 21:54
#8 RE: Ist das der Weg zum weißen Riesen? Zitat · antworten

Hallo Sabine,

Micky stört sich absolut nicht an irgendwelchen Vögeln..
Nebenan bei uns ist ein Bäcker und da rennen immer die Tauben vor der Tür rum.
Er ignoriert sie völlig und selbst wenn wir ganz nah ( ca 30 cm ) nebenher gehen und sie losfliegen guckt er noch nichtmal hinterher.
Ich denke wenn du dem Hund es als Welpen frühzeitig verbietest hinter etwas fliegendem herzujagen macht er das auch nicht .

Da würde ich mir um Katzen viel eher Gedanken machen ,denn denen kann man das jagen glaube ich nicht wirklich aberziehen.

Zu den Mäusen kann ich nur sagen ,das er zwar an den Löchern richt und die Nase bis hinten reinsteckt,aber ich es noch nie ausprobiert habe ,ob er sie jagen würde ( die Kinder hatten mal Wüstenrennmäuse und da war es verboten ,also weiß ich nicht wie weit er das verbinden würde)
Finden würde er sie jedenfalls wenn ich ihm sagen würde :,, such das Mäuschen." aber da kommt dann bei mir son bisschen die Panik nach einem umgepflügtem Rasen auf * ;o)wie gesagt : von alleine interessiert in das nicht so sehr und ich lass es auch dabei *grins*

Manuela

Markus Offline




Beiträge: 185

04.01.2010 22:04
#9 RE: Ist das der Weg zum weißen Riesen? Zitat · antworten

@Christa

Hallo ersteinmal,
ich weiß nicht wie Jutta lebt in welcher Gegend usw. nur ich glaube das dort ein Hund anders gefordert als bei uns, sicherlich kann man viele Sachen gleich setzen aber nur einen kleinenTeil.
@Sabine

So wie ich Rupp kenne hat er alle für und wieder abgewägt und ist dadurch zu seiner Meinung gekommen. Er will einfach verhindern, dass die Hunde zu Problemhunden werden und sie euch dadurch keinen Spass machen. Ich kann Eure Seite verstehen als Selbständige und als Maremmano-Fanatiker kann ich auch Rupp seine Seite und Bedenken verstehen. Ich würde immer noch Vorschlagen ein persönliche Gespräch zu führen, dort kann viel besser abgeklärt werden, was für Voraussetzungen gegeben sein müssen. Ich schätze auch Ihr solltet einmal überlegen ob und wie man bei Euch von der Arbeitsseite etwas ändern könnte, dieses haben wir auch gemacht z.B. unser Hund ist überall dabei (gut außer Silvester waren wir 3 Stunden essen, da war sie bei meinen Eltern) es ist egal wohin kindergarten, Schule, Einkaufen (Supermarkt), Sonnenstudio selbst zu unserem Steuerberater oder zur Bank kommt sie mit.

Schöne Grüße
Markus

Bienemaja ( gelöscht )
Beiträge:

04.01.2010 22:44
#10 RE: Ist das der Weg zum weißen Riesen? Zitat · antworten

Hallo Markus,
ich habe kein Problem mit einer gut geführten Diskussion. Wer nicht mehr lernt,hat es schon hinter sich.
An der Arbeitssituation ist nichts zu ändern. Wir haben wechselnde Arbeitsstätten, mehrmals in der Woche mehrere hundert Kilometer Wegstrecke zu den Arbeitsstätten zu fahren. Hunde sind in keinster Weise an den Arbeitsorten gestattet. Unser Steuerberater ist ebenfalls 130 Km entfernt, FiBu und Datev mache ich selbst; Bank ist im Notebook online; Kindergarten und Schule entfällt, Sonnenstudio auch, für Einkäufe ist mein Mann 1x in der Woche zuständig. Unser Leben läuft äußerst organisiert und effizient ab. Unser Heim ist unsere Burg. Nach einem Non-Stopp-Arbeitstag bin ich gar und brauche keine außerhäusigen Aktivitäten und genieße lieber meine grüne Umgebung und das schwer verdiente Zuhause. Für die meisten schwer nachvollziehbar, aber man soll auch nichts hinzudichten, was nicht realistisch ist. Der Vorteil eines Forums ist, dass man die unterschiedlichsten Auffassungen und Gegebenheiten auf einer Ebene nachlesen kann und sich ein Bild herauskristallisiert. Wenn sich 2 Menschen unterhalten, tauscht man nur bestenfalls 2 Meinungen aus, was nicht gegen persönlichen Austausch spricht.
Es wirft sich immer noch die Frage auf: Muß ein solcher erwachsener Hund überall mit hin genommen werden? Ist es für seine Wesenbildung erforderlich und, wenn ja, warum? Ist er dadurch weniger Schutzhund oder macht es ihm einfach nur Spass? Ist ein HSH nicht mit der Erfüllung seiner Aufgabe ein zufriedener und auskömmlicher Hund? Reicht es, z.B. 1 x in der Woche mit ihm zur Erziehung zum Bäcker und zur Post zu gehen. Nicht, weil ich es für mich brauche, nur um den erwachsenen Hund zu sozialisieren.
Grüße
Sabine

Suzy Offline



Beiträge: 351

04.01.2010 22:45
#11 RE: Ist das der Weg zum weißen Riesen? Zitat · antworten

Hallo,
ich hatte den Eindruck, dass ich schon geschrieben hatte, dass ich es fuer kein Problem halte, zwei Maremmani auf einem Hof mit viel Auslauf und einer Aufgabe (!) zu halten, auch wenn man nicht viel Zeit hat.
Unsere fuenf, die draussen auf der Weide sind, haben extrem wenig Kontakt zu uns, so ungefaehr 10 Minuten am Tag. Sie sind recht wild, aber auch sehr selbstbewusst. Wir waren mit dreien zur Kastratation beim TA, das war problemlos und der TA meinte, dass unsere sich sehr gut machen wuerden (er hatte Erfahrungen mit anderen Maremmani, die auch bei Schafen sind und die vollkommen unkontrollierbar waren). Aber das kann man schlecht vergleichen.
Vergleichbar ist Bear's Situation. Bear ist jetzt 11 Monate alt und passt alleine auf die Huehner auf. Er ist zusammen mit dem Federvieh und Laemmern und Emus in einem laessig eingezaeunten grossen Bereich nebem unserem Hausgarten. Er hat noch nie versucht auszubrechen, weil er immer um die Huehner herumhaengt. Er hat nicht soo viel Kontakt zu uns, nur wenn wir die Laemmer und Huehner fuettern, oder wenn ich sonst irgendwas in der Ecke zu tun habe. Bear kann nicht an der Leine gehen und er beherrscht genau zwei Kommandos: "Komm her" und "lass das", wobei das mit dem "Komm her" ehrlich gesagt auf Anhieb nur funktioniert, wenn er auch will und sowas wie einen Sinn drin sieht. Bear ist nur maessig aggressiv mit Besuchern, er ist aber auch noch sehr jung und kennt auch nicht viele Leute, weil unsere Besucher wollen in der Regel nicht zu unseren Huehnern. Manchmal spielt er mit uns, manchmal hat er einen kurzen Anflug von "gib mir Streicheleinheiten". Wir lassen ihn oft zu Suzy und Puck in den Hausgarten zum spielen und toben, wenn dann Besuch kommt, mischt Bear sich ueberhaupt nicht ein, sondern verzieht sich.
Wir haben noch kein Huhn oder Kueken verloren, obwohl wir Fuchsfussabdruecke gefunden haben, manchmal bellt Bear nachts stundenlang. (Es ist aber weit genug vom Haus weg).

Auf Deine Situation uebertragen: Der Hund braucht eine Aufgabe, damit ihm nicht langweilig ist. Wenn der Hund die Voegel beschuetzen soll, muss er sie auch kennen und Kontakt damit haben. (Bear leckt die Laemmer, Huehner und Emus und er spielt auch mit den Laemmern, was ich in seinem Fall zulasse, weil er ausgesprochen zartfuehlend ist und die Laemmer auch spielen). - Ich glaube nicht, dass es genug Kontakt ist, die Voegel unter Aufsicht mal um die Hunde fliegen zu lassen- warum sollten die Hunde dann die Voegel beschuetzen??
Ich glaube allerdings, dass es schwierig werden wird, zwei Maremmani auf diese Art zu halten und gleichzeitig zu erwarten, dass sie problemlos mit Dir spazieren gehen, freundlich zu Besuchern sind und 20 verschiedene Kommandos befolgen.
Aber wie gesagt, dass brauchen die Hunde nicht, wenn Du das erwartest schliesse ich mich Rupp an.
viele gruesse
jutta

Bienemaja ( gelöscht )
Beiträge:

05.01.2010 00:03
#12 RE: Ist das der Weg zum weißen Riesen? Zitat · antworten

HAllo Jutta,
die Volierenanlage wird 200qm betragen und das eingezäunte Grundstück ca. 1000qm;das ist die Aufgabe, wie ich sie mir vorstelle. Die Voliere besteht aus einem Drahtgeflecht. Wenn der Hund will, kann der Vogel ihm bequem die Nase dadurch abbeißen. Der Papagei ist weder ein Laufvogel noch behäbig wie ein Huhn. Er hält sich am liebsten am höchsten Platz in der Voliere auf. Durch ihre Lautäußerungen ziehen die Vögel Neugierige an. Bei einem frei zugänglichen Grundstück möchte ich nicht Hans und Kranz vor der Volierenanlage stehen haben, abgesehen von dem Schutz meines Eigentums. Ich bin auch wohl mißverstanden worden: Ich möchte weder spazierengehen noch in Scharen Besucher empfangen, würde es nur mitmachen, wenn es für die Hunde erforderlich ist. Ich habe reichlich Bewegung auch ohne Spazierengehen. Wegen meiner Wenigkeit brauchen sie das Grundstück nicht verlassen. Wenn ich mit der Motorsäge Äste für die Vögel schneide, kann ich sie ohnehin nicht mit in den Wald nehmen. Grundkommandos werde ich ihnen wohl beibringen können, oder ist das auch schon eine Hürde?
Hier auf dem Bauernhof leben 2 Münsterländer, die die meiste Zeit am Tag auf Tenne im Zwinger sitzen. Sie werden herausgelassen für ihr Geschäft und toben sich dann selbst aus. Mit denen spielt keiner, sie werden nicht ausgeführt, dennoch sind diese Hunde ausgesprochen lieb und hören gut. Sie holen sich von uns Ihre Streicheleinheiten und liegen, wenn sie von den Bauern gelassen werden, neben uns in unserem Garten. Nicht, dass ich im Detail die Haltung gutheiße, aber diese Hunde sind weder verkorkst noch aggressiv, nur etwas ungestüm, was man ihnen nicht verdenken kann. Wir würden sicher mehr Zeit für die Hunde haben und sie wären auch nicht eingesperrt. Meine Fragen sind nicht geklärt.
Grüße

Suzy Offline



Beiträge: 351

05.01.2010 02:45
#13 RE: Ist das der Weg zum weißen Riesen? Zitat · antworten

Liebe Sabine,
welche Fragen sind den noch offen?

Kann ein Maremmano auf ein Grundstück aufpassen? - Ja

Langweilen sich zwei Maremmani, wenn sie keine Bindung an andere Tiere oder Menschen haben? Ja, und wenn Du Pech hast unerträglich. Aufpassen auf ein Grundstück wo nichts passiert, wäre jedenfalls für meine keine Lebensaufgabe.

Sind 1000 qm genug Auslauf? Nein, ich habe gerade ausgerechnet, dass das ja nur 33x33m sind. Das ist nicht genug Fläche für Hinterherrenn-Spiele.

Brauchst Du einen HSH für Deine Papageien? Nein, wenn Du die nicht zusammen halten kannst. Der Maremmano braucht zwischentierischen engen Kontakt mit dem Objekt seiner Wachsamkeit.

Kannst Du Probleme bei der Erziehung bekommen, weil Du nicht genug Zeit hast und der Hund sich langweilt? Ja. Ich hätte jedenfalls Bedenken, dass die Hunde ausbüchsen und unkontrollierbaren Schaden anrichten, wenn Du das Grundstück nicht in ein 100%ig ausbruchsicheres Gefängnis verwandeltst (aber wenn Du das tust, brauchst Du eigentlich auch die Hunde nicht mehr, weil die Gefängnismauern sollten auch unliebsame Besucher abschrecken).

Maremmani sind Arbeitshunde, die m.M. eine ernstzunehmende Aufgabe und Verantwortung haben müssen. Das einige unserer Maremmani den ganzen Tag ohne uns sind, kannst Du nicht vergleichen, weil die sind nämlich nicht alleine, sondern haben ihre Schafe oder Hühner, die die 24 Stunden am Tag im Auge behalten. Und wie gesagt, wenn Du Papageien und Hunde nicht zusammen halten kannst, werden die Hunde sie als Bestandteil des Grundstücks sehen und nicht als zu beschützendes Objekt.

viele grüsse
jutta

Blackbelly ( gelöscht )
Beiträge:

05.01.2010 09:33
#14 RE: Ist das der Weg zum weißen Riesen? Zitat · antworten

Hallo Sabine,
wir halten unsere beide zwischen Schafen, Gänsen, Ziegen, bis vor kurzem ein Bulle und 6 Katzen.
Antonio ( 1,5 Jahre alt ) ist immer, auch wenn wir nicht da sind zwischen den Tieren.
Alessa ( 11 Monate alt ) geht abends in den Zwinger, sie hat einfach noch zu viel Blödsinn im Kopf und würde wohl Nachts den gesamten Hof Bautechnisch verändern.
Demnächst kommen noch ein paar Hühner dazu, mit Antonio wirds da keine Probleme geben, da er ein sehr ruhiger ausgeglichener Hund ist. Mit Alessa werd ich bestimmt ein oder zwei mal an der langen Leine üben.

Angefügte Bilder:
31. Dezember 09 016.JPG  
Suzy Offline



Beiträge: 351

05.01.2010 10:53
#15 RE: Ist das der Weg zum weißen Riesen? Zitat · antworten

Hallo Blackbelly,
hast Du auch die Erfahrung gemacht, dass die Maremmani engen (auch koerperlichen) Kontakt zu ihren Gaensen, Ziegen, Schafen, Katzen, Bullen etc. halten? Und dass die anderen Tiere auch mit den Hunden kommunizieren und schnell lernen, dass die Hunde da sind um sie zu beschuetzen?
jutta

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